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Weihnachtseinkäufe, die erste!

Heute, direkt nach der Schule, bin ich mit meiner Freundin Veronika in die Stadt. Veronika wollte eigentlich Eis essen gehen, aber ich hatte überhaupt keine Lust dazu, weil wir das fast jeden Tag machen und ich schon unschöne Röllchen um die Hüften bekomme. Wir nehmen immer den extragroßen Freundschaftsbecher mit doppelt Sahne – und eine kleine Portion Zitroneneis für mich.

Heute hatte ich aber die spitzenmäßige Idee, doch schonmal die ersten Weihnachtseinkäufe zu erledigen, denn im Dezember ist es gar nicht mehr so spaßig für zwei kleine Handpuppen in der Stadt. Die Veronika, die ist zwar so dick, dass man sie selten übersieht (und in der Vorweihnachtszeit hat sie ja auch meistens ein oder zwei Bodyguards dabei), aber ich muss mich ständig vor dicken Stiefelsohlen in Sicherheit bringen!

Zum Glück war die Veronika einverstanden, denn sie hatte die Idee, ihrem Papa einen neuen Mercedes zu kaufen (bei dem letzten hat sie ihm die Kühlerhaube mit ihren Steptanzschuhen total zerkratzt, als sie für die Schulaufführung geübt hat, und deswegen ist ihr Papa immer noch tierisch sauer!), und das dauert ja ewig, bis die geliefert werden! Bei Mercedes haben die uns aber gar nicht bedienen wollen, weil die Veronika ja auch noch ein Kind und damit gar nicht „geschäftsfähig“ ist. Außerdem hat sie auf einen weißen Ledersitz Schokolade geschmiert, weil sie noch was vom Frühstück in ihrer Manteltasche hatte und das schon ziemlich eklig geschmolzen war. Das fanden die in dem Laden gar nicht so toll. Jedenfalls sind wir im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße geflogen; also ich weniger, weil ich klugerweise in Türnähe geblieben war. Wir haben dann im Grüngürtel noch kurz die Taube begraben, auf die die Veronika beim Rausfliegen draufgefallen ist, und dann sind wir mit der Straßenbahn in die Mayersche gefahren. Und da habe ich dann mein erstes richtig tolles Weihnachtsgeschenk gefunden: Eine Puppenwärmflasche! Ich zeig euch mal, wie die aussieht:

2015-11-04 21.22.13Ist die nicht einfach supersüß? Mit dem knollennasigen Wichtel drauf? Ich bin jedenfalls ganz begeistert. Am liebsten würde ich sie selbst behalten, aber ich habe mir überlegt, dass ich sie wahrscheinlich der Pimpi (das ist das Handpuppen-Pflegekind, das wir aufgenommen haben) schenke, die hat im Winter immer so kalte Füße und dann jammert die immer so laut rum, und das nervt.

Ganz toll: Die Wärmflasche wird ganz von selbst schön warm. Da ist so ein Kunststoffbeutel drin mit einem Gel und in dem Gel schwimmt ein Metallblättchen, das muss man knicken, und dann – ZAUBER! ZAUBER! – das Zeug wird ganz  warm! Wie das funktioniert, das will mir die Mama morgen erklären, aber leider nicht mehr heute, denn ich muss jetzt dringend ins Bett, findet jedenfalls die Mama.  Sobald die Mama mir das erklärt hat, gebe ich mein Wissen gerne an euch alle weiter. Aber jetzt wünsch‘ ich euch erst einmal eine gute Nacht, schöne Träume und warme Füße!

 

Lieblingsbücher: Gefahr lauert überall

 

Gefahr lauert überall – Docter Noel Zones großes Handbuch der Gefahrologie
von David & Chris Judge O´Doherty

erschienen bei dtv


Eine wichtige Sache vorweg, denn diese Vorsichtsmaßnahme sollte künftig bei allen Büchern beachtet werden: VOR dem ersten Öffnen, auf jeden Fall aber, bevor der Leser Seite 17 erreicht, sollte das Buch auf den Boden geknallt werden, sodann sollte dieser, der hoffentlich schwerer ist als eine Handpuppe (ich muss immer die Mama darum bitten!), feste draufspringen. Zumindest, wenn ihm sein Leben lieb ist. Warum? Wegen des Seite-17-Skorpions, ist doch klar!

Es ist zwar nach wie vor ungeklärt, wieviele Seite-17-Skorpione (ich hab‘ selbst bei meinem eigenen Buch geguckt: da war auch einer, aber nur ein ganz kleiner!) schon ihren Lesern Schaden zugefügt haben, aber dank dieses wichtigen und schönen Buches weiß man endlich um die Gefahr und ist dieser nicht mehr hilflos ausgeliefert!

Diesen und andere überaus nützliche Tipps hält das Große Handbuch der Gefahrologie bereit. Systematisch führt Docter Noel Zone, selbsternannter Gefahrologe, durch die Tücken des Alltags. Denn Gefahr lauert tatsächlich überall, selbst an den vertrautesten Orten! Das Badezimmer entpuppt sich z.B. als der gefährlichste Ort der Wohnung (sofern man kein Nashornzimmer besitzt, das wäre noch etwas gefährlicher), denkt man allein an die Zahnbürsten-Schlange, die einem beim Zähneputzen direkt in die Nase zu schießen droht!

Zum Glück hält Docter Zone jede Menge praktischer Tipps bereit – wie man z.B. feststellen kann, ob der Klassenlehrer ein Vampir ist, was bei einer Begegnung mit einer Raubkatze zu tun sei (tanzen!) oder wie man einen Eisbären durch Kartentricks verblüfft, welche ÜNGHs es gibt (Überhaupt Nicht Gefährliche Haustiere – wir haben das umgehend umgesetzt und halten uns jetzt auch einen prima Stein!); wie man mithilfe eines Schreibwarensombreros die Klippen der Hausaufgaben-Gefahren umschifft – und natürlich dabei auch immer sicherstellt, dass der Stuhl, auf dem man sitzt, nicht brennt. Der Beispiele wären unzählige.

Die Terminologie hat es übrigens in sich: Der GEWO (GEfahrologen-WOrtschatz) ist schon ganz schön ausgefeilt – wie sich das für einen echten Fachwortschatz gehört, z.B. TTTZVVGIATop Ten Tipps Zur Vermeidung Von Gefahren In Alltagssituationen. Das Wichtigste allerdings ist, dass man ein Gefühl dafür bekommst, was AEG (Absolut Extrem Gefährlich) ist, dass man einfach lieber IBB (Im Bett Bleiben) sollte. Auch die Prüfung am Ende des Buches, die GPPGefahren-Profi-Prüfung zum Gefahrologen, ist zwar anspruchsvoll, aber total machbar! Also – keine Bange (obwohl – Gefahr lauert überall …!): Mit seinen vielen Zeichnungen, informativen (und superlustigen!) Grafiken liest sich das Buch trotz des streng wissenschaftlichen Inhalts 🙂 insgesamt eher wie ein Comic – und ist damit sogar für Lesemuffel attraktiv!

Was zwar aus meiner Sicht kein Nachteil ist, aber doch erwähnt sein sollte: In dem ein oder anderen vollkommen überbehüteten Kind, vor allem, wenn es komplett ironiefrei erzogen wurde (ein paar vond er Sorte kennt man ja!), kann das Buch bisher unentdeckte Ängste auslösen (ich sage nur: Stichwort Skorpion!). Daher Eltern: Wenn ihr reinschaut, den Kopf schüttelt und nur  so „Tsesesses so ein Unsinn! Wer denkt sich denn so einen Blödsinn aus?“-Gemurmel von euch gebt (so wie meine Omi, wenn sie meinen Blog liest) und euch allerdings Gedanken darüber macht, ob ihr vielleicht tatsächlich den nächsten Kindergeburtstag entspannt in einem Geschäft für Druckerpatronenzubehör feiern solltet, dann doch besser auf den Kauf verzichten! Euer Kind ist wahrscheinlich noch nicht soweit … Da nützt auch die BFN (Beruhigungsseite für Notfälle) nichts mehr.

Das Buch ist so richtig schön schräg, super-lustig, voller verrückter Einfälle und auf gar keinen Fall ernstgemeint. Ich habe sehr oft gekichert, gegiggelt und manchmal auch laut gelacht und mit meiner Freundin Veronika, die das Buch auch von ihrem Vorleser vorgelesen bekommen hat, noch wochenlang Insider-Witze gemacht.

Lucys Fazit: Genau mein Humor. Albernheit mit System, das mag ich ganz besonders. Als Hardcover-Buch mit oranger Leinenbindung und Silber-Glitzerschrift kommt es auch sehr schön als hochwertiges Geschenk daher. Wer zu Weihnachten oder zu Geburtstagen ein Kind im Alter von 7–11 (oder einen sehr albernen Erwachsenen) zu beschenken hat, dem sei dieses Buch empfohlen. (Oder dem, der eine Familie mit Kindern, die nur hochwertigste Literatur und Sachbücher lesen, die für die Schule relevant sind,  ärgern will. Das funktioniert auch ganz schön. Zumal die Kinder sich dann wie Bolle freuen, dass sie mal was lesen dürfen, was nicht mit der Römerzeit oder dem Weltall zu tun hat … )

Lucys Gesamturteil: ☺ ☺ ☺ ☺ ☺

Illustrationen:☺ ☺ ☺ ☺ ☺

Die harten Fakten: 248 Seiten, Hardcover, dtv-Verlag, kostet gut investierte 12,95 Euro

Lucy hat den Herbstblues

Ich wusste es doch: Kaum ist Herbst, wird alles mühsam. Der Wecker klingelt mitten in der Nacht, wenn ich aus dem Haus muss, ist es immer noch so dunkel wie im Handpuppen-Popo. Meine Mama kann keinen Gedanken mehr fassen, der nichts mit bald Schlafengehen zu tun hat und vergisst mein Schulbrot. Meine Mathelehrerin haben sie letzte Woche leider auch wieder aus der Psychiatrie entlassen, und alle in der Klasse verlassen sich jetzt auf mich und meine Kreativität mit der Frage, wie wir sie schnellstens dorthin zurücküberweisen. Wir sind zwar auf einem guten Weg (heute in der sechsten hat sie das erste Mal geweint.), aber noch längst nicht am Ziel.

Ich gehe ja auf das Gymnasium, das wohl das von uns aus allernächste ist. Für mich ist das aber jeden Morgen eine halbe Weltreise. Meine Mama weigert sich ja, ein Auto zu kaufen und mich morgens hinzufahren. Vielleicht ändert sie ja nächstes Jahr ihre Meinung, wenn ihr „richtiges“ Kind auch auf eine weiterführende Schule weiter weg muss (hoffentlich auf meine, dann kann ich mich vielleicht bei ihm auf den Fahrradsattel setzen oder wenigstens mit meinem Fahrrad irgendwie hinten dranhängen. Obwohl er schon jetzt sagt, er macht das nicht, der Unhilfsbereitling!)

Zur Schule gehen – das sagt sich nämlich so leicht. Hat sich mal einer überlegt, wie weit ein Puppen-Schulweg für Puppenbeinchen ist? Wir haben das mal gemessen: Wo Mama einen Schritt macht, muss ich 17 machen! Laut Mamas Schrittzähler geht man zu meiner Schule 2.567 Schritte. Das sind also jeden Morgen und jeden Nachmittag 43.639 Schritte. Wie oft seid ihr in letzter Zeit mal solche Strecken gelaufen? Na??? Ich sehe keine Wortmeldungen! Klar, ich nehme natürlich normalerweise mein Fahrrädchen, und Mama hat mich auch schonmal die 2.567 Schritte zu Fuß getragen. Aber das Problem ist doch: Für Puppen-Anforderungen ist die Schule viel zu weit weg! Und die anderen Puppen in meiner Klasse, die kommen sogar von noch weiter weg! Die schaffen es manchmal gar nicht, vor der großen Pause da zu sein! (Meine beste Freundin, die Veronika, die wird natürlich immer von ihrem Chauffeur gebracht. Trotzdem kommt sie gar nicht so oft pünktlich, aber immer, wenn die Veronika einen Anschiss kriegen soll, dann spendet der Papa von der Veronika der Schule eine neue Turnhalle oder so und dann sind auch wieder alle still. Gerecht ist das irgendwie auch nicht.)

Naja. Wenigstens jetzt ist Wochenende und ich kann mal ausschlafen und die Füße hochlegen! Euch allen wünsche ich auch ein schönes Wochenende! Ich mache jetzt jedenfalls erst einmal ein Schläfchen …

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Familienzuwachs!

Oh, wie toll! Vielleicht habt ihr es ja schon gesehen: Ich habe einen Kommentar von der Cousine der Mama auf meiner Webseite gehabt. Jetzt weiß ich, dass ich eine echte Stoffs-Verwandte in der Schweiz habe! Ich bin sowas von aufgeregt! Hier zu Hause gibt es ja eine ganze Menge mehr oder weniger nerviger Stofftiere (wusstet ihr eigentlich, dass Stofftiere gegenüber Puppen meistens total herablassend sind?) und außerdem noch meine Adoptiv-Schwester Kunigunde und unser Pflegekind Pimpinella, aber so RICHTIGE Verwandtschaft? Das war bisher total Fehlanzeige, ich dachte immer, ich wäre eine Null-Verwandtschafts-Waise.

Meine Mama meint zwar, Blutsbande (bei Menschen nennt man das so) würden oft auch überschätzt, aber ich habe heute ein Foto von meiner Cousine Vroni gesehen und war gleich hin und weg: Sooooo tolle rote Haare! Und so ein hübsches blaues Kleid mit lila Kragen! Genau wie bei mir! Schaut mal, das ist sie:

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Da sieht man doch sofort die Familienähnlichkeit! Ich freu‘ mich jedenfalls total darauf, sie näher kennenzulernen. Ich würde ja sowieso gerne mal in die Schweiz fahren, aber Mama hatte bisher nie so richtig Lust, weil es in der Schweiz kein Meer gibt und Mama in den Ferien immer nur ans Meer will.

Vielleicht setz‘ ich mich auch einfach mal in einen Karton und reise alleine per Post!

Blöde, blöde Technik!

Jetzt habt ihr aber wirklich lange nichts mehr von mir gehört: Das hat vor allem damit zu tun, dass meine Mama immer am Computer sitzt und so tut, also ob das Ding nur ihr gehört. (Stimmt natürlich irgendwie.) Ich wollte das ja ändern und hatte mir von meinem Taschengeld einen Puppencomputer bestellt, total chic: pink mit Glitzer-Schmetterlingen und sogar so einem richtigen Birnen-Logo! (Diese Obst-Logos sollen’s ja total bringen!) Und noch mit einer passenden Laptop-Tasche dazu – alles für 15,99 Euro, also, eigentlich ein Bombenangebot! Ich war sowas von häppi!

Aber das war ja vielleicht ein Reinfall! Das blöde Ding war doch tatsächlich aus so einem nach Chemieunfall stinkenden Plastik „made in China“ und ganz biestigen scharfen Kanten, an denen ich mir gleich mein Kleidchen aufgeratscht habe (als hätt‘ ich nicht sowieso schon genug Löcher!). An Technik dran waren nur so ein paar billige Knöpfe, wenn man die gedreht hat, hat  das blöde Teil entweder „Häschen in der Grube“ gesungen oder mit hysterisch-fröhlicher Stimme „Hallo Mami, willst du spielen?“ gerufen. Von den Spielen will ich hier gar erst anfangen, nur soviel: Für Intelligenzbestien waren die nicht gemacht.

Jedenfalls  konnte ich überhaupt nichts mit dem Ding anfangen! Konrad, unser Computer-Experte, hat mir ja noch einen erzählt von Nachrüsten und Soundso … Matheboard (was soll das eigentlich sein?) und -RAM und -ROM und -BUM und -BAM einbauen, aber dann ist er vorbeigekommen und hat sich total kaputtgelacht und gemeint, dass ich mich besser mal bei Saturn oder Mediamarkt hätte umsehen sollen statt nur auf der Webseite vom Puppenkönig. Und ich könnte das Ding ja noch als Schminkköfferchen nehmen, wenn ich diese Anfänger-Elektronik rausreiße!

Hat er natürlich irgendwie recht, aber trotzdem: Denken denn die Hersteller von Puppensachen da draußen wirklich, sie können mich für dumm verkaufen und mir ihren Billigmüll andrehen? (Ach, sei still Konrad! Der schaut mir grad über die Schulter und sagt: Ja, klar Lucy, hat bei dir doch prima geklappt!)

Aber nicht mit mir: Ich fahr jetzt dahin und hau denen das Ding um die Ohren!

Hallo? Hallo!

Also, hcropped-cropped-lucy2.jpgeute Morgen meinte meine Mama, als junge, aufstrebende Autorin sollte ich eigentlich auf einen Block schreiben. Das ist ja merkwürdig, habe ich gedacht, weil ich das doch die ganze Zeit schon tue. Naja, eigentlich nicht direkt auf einen Block, sondern in ein Notizbuch. Meine beste Freundin, die Veronika, hat gesagt, dass die Mama wahrscheinlich einen BLOG gemeint hat. Die muss es wissen, die Veronika, denn die hat natürlich längst schon einen. Die Veronika hat nämlich immer alles zuerst, weil ihre Eltern ganz, ganz reich sind und sie 1.000 Euro Taschengeld im Monat bekommt. (Meine Mama sagt, das nennt man dann eigentlich nicht mehr Taschengeld, sondern Gehalt, und Gehalt bekommt man normalerweise nicht für’s Kindsein, sondern für’s Arbeiten. Aber sie glaubt mir das sowieso nicht, das mit den 1000 Euro.) Die Veronika schreibt ihren Blog auch gar nicht selber, sondern lässt das ihren Hausaufgaben-Manager erledigen. Klasse Sache, das! Leider habe ich (noch) keinen Hausaufgaben-Manager, deshalb muss ich mich kurz fassen – Mama steht schon wieder hinter mir und drängelt, weil ich noch Mathe machen muss und den Entschuldigungsbrief an meine Kunstlehrerin schreiben muss, weil … aber das erzähle ich lieber ein anderes Mal.

Die Hauptsache ist: Ich habe hiermit meinen Blog eröffnet. Wenn ihr mehr von mir lesen wollt, schaut doch mal vorbei! Ich freu‘ mich!